Rezension von David Sunderland
Der Lancet Artikeel von 2025 plädiert für die Einbeziehung der Sterbebegleitung in die UN-Dekade „Gesundes Altern” (2021-2030) und betont, dass die Qualität des Sterbens ein wesentlicher Bestandteil der menschlichen Würde und des Wohlbefindens ist.
Der Artikel wurde im Anschluss an eine Konsensveranstaltung der WHO-Experten am 27. November 2024 verfasst, die darauf abzielte, „eine prägnante, aussagekräftige und pragmatische Reihe von Indikatoren zu definieren, die länderübergreifend und über einen längeren Zeitraum hinweg erhoben und angewendet werden können.” Er stellt „ein logisches Modell von Kandidatenvariablen auf verschiedenen konzeptionellen Ebenen vor und beschreibt eine empirische Übung zur Festlegung der Reihenfolge der Prioritäten und zur Umsetzbarkeit dieser Variablen mit dem Ziele einer korrekten Messung.a
Er beginnt mit der Frage, was ein “guter Tod” bedeutet (und was nicht), und stellt Definitionen aus verschiedenen Ländern vor. Zu den Referenzen gehören Erhebungen wie die Economist-Index zur Qualität des Todes aus dem Jahre 2015 und der Artikel von Finkelstein et al aus dem Jahre 2021. Letzterer erweitert den Quality of Death Index, indem er die Präferenzen von Patienten und Pflegern einbezieht und die Expertenbewertung der Leistungen am Lebensende stärker gewichtet.
Die im Logikmodell vorgeschlagenen Maßnahmen zur Messung der Qualität des Sterbens stimmen mit dem Ansatz von Plenna überein und sind folgende:
- Öffentliches Bewusstsein
- Öffentliche Akzeptanz
- Geringere Angst vor dem Tod
- Bessere Effizienz des Gesundheitswesens, weniger Verschwendung
- Verbesserte Dienstleistungen
- Geringere Ungleichheiten
- Öffentliche und politische Unterstützung
Am Ende des Artikels werden „Bereiche und Attribute der Qualität in der Sterbeerfahrung” vorgestellt. Dabei wurden 220 Attribute identifiziert und in acht Bereiche eingeteilt, die „weitgehend mit der vorhandenen Literatur übereinstimmen und eine erste Prioritätenliste bilden. Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um ihre Messbarkeit und Umsetzbarkeit zu bestimmen.”
Der Artikel ist eine gute Ergänzung für Plenna, die nicht direkt in diesem Bereich tätig ist, aber den Artikel wegen seiner Erkenntnisse und Empfehlungen begrüßt.
