Death Cafes

Von Mary Ungoed-Thomas

 

Ein Sterbecafé ist ein nicht gewinnorientiertes Treffen, bei dem Menschen bei Essen und Trinken, in der Regel Tee und Kuchen, über Tod, Trauer und Pläne für das Lebensende diskutieren können. Die Diskussionen befreien das Gespräch aus der traditionellen Domäne von Medizinern, Priestern und Bestattern und geben dem Tod eine neue Dimension. Ziel der Cafés ist es, den Menschen dabei zu helfen, über ihre eigene Sterblichkeit nachzudenken, über Fragen im Zusammenhang mit dem Sterben zu diskutieren und Pläne für ihren eigenen Tod zu schmieden – und dabei Zufriedenheit und Lebensfreude zu finden.

Die Death Cafes begannen, als Bernard Crettaz 2004 das erste Café Mortel in der Schweiz organisierte. Jon Underwood, ein britischer Webentwickler, ließ sich von Crettaz’ Arbeit inspirieren und führte das Death Cafe 2011 in London ein. Weltweit haben inzwischen 19.246 Death Cafes in 93 Ländern stattgefunden – mit insgesamt rund 192.460 Teilnehmern. Viele Menschen haben sich davon inspirieren lassen, ihre eigenen Veranstaltungen an öffentlichen Orten zu organisieren.

Die Themen, über die Sie nachdenken, können als Vorspeisen, Hauptgerichte und Desserts präsentiert werden, wobei es keine feste Formel gibt. Die Veranstaltungsorte sind sichere Orte, an denen alles, was besprochen wird, vertraulich bleibt. Es gibt keine Tagesordnung – die Gruppe bestimmt das Gespräch.

Fragen wie “Was macht einen guten Tod aus?”, “Welche Worte möchten Sie auf Ihrem Grabstein stehen haben?”, “Was ist wichtiger, Langlebigkeit oder Lebensqualität?” und “Wie möchten Sie in Erinnerung bleiben?” sollen die Diskussion anregen.

Die Teilnehmer fühlen sich in der Regel ermutigt und motiviert, das Beste aus dem Rest ihres Lebens zu machen. Die Enttabuisierung des Todes ist für die Teilnehmer eine zutiefst befreiende Erfahrung. Der Austausch gibt nicht nur dem Einzelnen die Möglichkeit, sein bestes Leben zu leben, sondern sorgt auch für gut informierte Familien und Freunde sowie für eine stärkere und gesündere Gemeinschaft.

 

Nützliche Websites

Death Cafe

The Guardian

HUCK

Poppy’s Beerdigungen

Der Inhalt wurde ursprünglich auf Englisch verfasst. Übersetzungsvalidierung durch Lena Glander.

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